Manfred Hönig - Kunstmaler
Manfred Hönig - Kunstmaler
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Qualität und Material:

 

Nichts in 30 Jahren meines Umgangs mit Künstlermaterial deutet darauf hin, dass man mit billigem Material in irgendeiner Form etwas sparen kann. Auf dem Markt, der in der Masse vom Hobbykünstler bestimmt ist, hat sich ein unguter Trend zu einem Preiskampf nach unten und einer Geizmentalität beim Käufer entwickelt. Nachdem der Hobbymaler und auch viele so genannte Profis die Qualität des Materials gar nicht mehr beurteilen können, aus Unkenntnis über die Eigenschaften und Möglichkeiten eines wirklich guten Materials, ergibt sich eine stets wachsende Fülle von Pseudoprodukten.

Generell kann man sagen, dass ein gutes Material zwar kein gutes Bild garantiert, aber schlechtes Material ein solches verhindert.

Von daher sei generell empfohlen zumindest zu Studioqualitäten renommierter Hersteller zu greifen, besseres Malverhalten, längere Lebensdauer, höhere Deckkraft etc. kompensieren den vordergründig gesehenen "Teuereffekt" allemal.

Letzen Endes ist der Preis von Kunst fast nie vom Material bestimmt sondern von der verbrauchten Zeit!

Malgrund:

Holzplatten, Leinwand Fertigprodukte auf dem Markt sind meist so stark mit Acrylbinder versehen, das der Malgrund keine Saugkraft und damit keine Griffigkeit mehr besitzt, sicheres Zeichen dafür ist ein starker Glanz der Oberfläche. Ohne ausreichende Haftung zum Untergrund rutscht die Farbe beim Malen weg oder kann sich ablösen. Empfehlung: Malgründe roh kaufen, mit hochwertigem Gesso aus dem Künstlerbedarf in mehreren Schichten grundieren, ev. mit Nasszwischenschliff. Es gilt: viele dünne Schichten sind besser wie eine dicke Schicht. Alternativ: Fertigleinwände stark anschleifen und mit guter Grundierung die etwas mehr saugt nachstreichen, das hilft zumindest etwas.

Pinsel:

Billighersteller binden hier gern bei Rotmarderhaaren die Haare kürzer in die Zwinge ein, um den Kunden zu täuschen. Die Folge sind schneller Spannungsverlust des Haares und Verlust der Form. Um ein Beispiel zu nennen, ein Da Vinci Rotmarder kostet 50% mehr und hält 3mal so lange wie eine billige Großhändler - Eigenmarke, wo spart man also Geld? Für Acryl eignen sich Synthetik und Rindshaarpinsel für einen glatten Malstil, die billige Schweinsborste ist nur für pastosen, strukturierten Auftrag gedacht. Pinsel flach, in verschieden Breiten von 2 bis 20 sind sinnvoll, mehr Pinsel beschleunigen die Arbeit, da man nicht ständig auswaschen muss, sondern parallel mit verschiedenen Farben arbeiten kann. Synthetikpinsel verschleißen stets über einen Verlust der Form, Rindshaar, bzw. Naturhaar, über Abschleifen und Abbrechen der Haare. Details erledigt ein kleiner runder Rotmarder von Gr. 1 bis 4 immer noch am besten. Qualitätshersteller: z. B.: Da Vinci

Farben, Pasten:

Acrylfarbe deckt durch ihren Wasseranteil und die damit dünnere Konsistenz prinzipiell schon weniger wie eine Ölfarbe. Da die Preisdrückerei durch eine Reduzierung der teuren Pigmente, höhere Wassereinbindung und billige Füllstoffe erfolgt, sinkt hierbei neben der Brillanz und der Ergiebigkeit beim Mischen vor allem die Deckkraft. Letzteres hat zur Folge das Partien mehrmals übermalt werden müssen um sie zu korrigieren, ein Verlust an Zeit und Spaß der nicht zu unterschätzen ist. Ähnliches gilt für Malpasten, auch hier kann Volumen billig über Wassereinbindung generiert werden, so das dickere Schichten zu Rissbildungen im Trocknungsprozess führen. Die Wahl des Herstellers ist Vertrauenssache, einem Hersteller der besonders mit Augenmerk auf den Hobbymarkt billige Chinaprodukte über den Preis verkaufen will, sollte man dabei nicht trauen. Da ein gutes Farbsortiment neben deckenden Farben auch lasierende Farben enthalten sollte um alle Möglichkeiten der Malerei nutzen zu können scheidet so manches Produkt auf dem Markt von vornherein wegen einer unprofessionellen, nur kommerziellen Philosophie von vorn herein aus. (manche Studiofarben und viele andere an den Hobbymaler gerichtete Farben, Lasurfarben sind in der Herstellung nämlich etwas teurer!)

Qualitätshersteller z. B.: Schmincke, Liquitex. Bei Schmincke enthält auch das Akademiesortiment viele lasierende Töne. Das Profisortiment "Primacryl" zeichnet sich durch hohe Deckkraft, Ergiebigkeit und eine der Ölfarbe vergleichbaren Auswahl aus. Es ist geruchsneutral, trocknet etwas schneller als die Akademiefarbe.

Palettenempfehlung: (Ist immer ein Stück weit Geschmackssache)

Grundpalette (Primacrylfarbtöne), Landschaft, Porträt:

Zinkweiß, Titanweiß – Großtuben! Neapelgelb hell, Kadmiumgelb hell, Neapelgelb dunkel Brillantorange, Lasurorange Karmin, Krapp brillant, Krapp dunkel Lasurviolett, Indigo, Kobaltblau dunkel, Phtaloblau cyan, Cölinblau Permanentgrün hell, Vanadiumgrün, Saftgrün, Phtalogrün bläulich Lichter Ocker, Sienna, Sienna gebrannt, Lasur-oxyd-Braun, Eisenoxydrot, Vandyck-Braun In dieser Zusammenstellung sind sowohl deckende als auch lasierende Farben vorhanden.

Medien:

Schmincke: Verzögerer, Fluidmedium glänzend, Malmittel

Grundierung: Lascaux Primer, Schmincke Gesso (können auch mit den stärker saugenden Varianten dieser Hersteller nach Bedarf eingestellt werden)

Sonstige Hilfsmittel:

Wasserzerstäuber zum Feuchthalten der Palette, Abreißpalette z. B. von Hahnemühle Feuchtpalette z. B. von Daler Rowney, nicht billig aber absolut ihr Geld wert, Farben bleiben beim Malen und auch über Tage gebrauchsfertig in der abgedeckten Palette. Ölfarbe hat dagegen eine längere Trockenzeit und eignet sich in der darauffolgenden Malschicht zum Herausarbeiten kleinerer Details, aber auch zum lasierenden (durchscheinenden) Übermalen, bei dem man Farbwertigkeiten auf kleinen und großen Flächen verändern kann (z.B. bläulicher etc). Davon abgesehen hat die ölfarbe durch ihre Eigenschaft, das Licht wärmer zu brechen, eine harmonisierende und intensivierende Wirkung auf einem Acryluntergrund.