Manfred Hönig - Kunstmaler
Manfred Hönig - Kunstmaler
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Konzeptuelles

 

Arbeitsprozess:
Landschaften interessieren mich seit Jahren in ihren verschiedensten Erscheinungsformen. Ob als urgewaltige menschenleere Landschaft, als ästhetisch empfundene zivilisierte Landschaft oder als Relikt und Vergegenwärtigung zivilisatorischer Zerstörung, das Thema ist vielschichtig. Der emotionale Gehalt der Landschaft und ihrer Erscheinungsformen spielt dabei ebenso eine Rolle, wie der rein "malerische" Reiz, der ja ebenfalls empfunden werden muß, um eine Szenerie zum Thema zu wählen. Verschiedene Techniken geben mir dabei unterschiedliche Ausdrucksmittel zur Hand. Die atmosphärische Dichte und die tiefen Kontraste einer Radierung bieten dabei andere Möglichkeiten zur Reduktion, wie das atmosphärisch leichte Aquarell. So lassen sich unterschiedlichste Stimmungen in Bilder umsetzen. Es liegt dabei auf der Hand, das eine Technik wie das Aquarell hervorragend für eine Malerei direkt vor Ort geeignet ist, während eine Radierung konzeptuell im Atelier entstehen muß und so meist zu einer atmosphärischen Verdichtung des Gesehenen und vor Ort Empfundenen eingesetzt wird.

Letzteres gilt natürlich auch für Arbeiten in Öl oder Acryltechnik, auch diese entstehen im Atelier und nehmen die Ideen auf, die vor Ort entstanden sind um sie konzeptuell in dichtere, komponierte Bilder umzusetzen. Dabei spielt es für mich keine Rolle, das vorher gesehene und üblicherweise mit einem Foto dokumentierte Motiv so abzubilden wie es ist. Das ist müßig und eine Aufgabe der mehr dokumentarisch orientierten Fotografie. Ein Kunstwerk ist für mich eine Inszenierung die äußere Einflüsse mit innerem Empfinden und Denken verbindet und die Wirklichkeit so umgestaltet.

 

Thematisches:

 

Ein zentrales Element in meinem Werk ist der stete Prozess von Veränderung, Wandel und Vergänglichkeit. Der Wandel unserer Gesellschaft von der Industriegesellschaft zur postmodernen Kultur findet sich vielfach in den verlassenen Autowracks, Zeichen einer vergangenen Zeit, eines vergangenen Traums von der unbegrenzten Möglichkeit der Technik. Auf der makroskopischen Ebene findet sich die scheinbare Zeitlosigkeit der Natur, formuliert sich die scheinbare Unwandelbarkeit und Beständigkeit der Landschaft in den Bildern der Urlandserie, bar menschlicher Spuren.

Die Wüsten als Landschaft stellen dies aber wieder in Frage, denn selbst in den mikroskopischen Zeiträumen unserer Zivilisation tritt hier der Mensch als Umwandelnder auf, er "verwüstet" und hinterlässt dabei seine vergehenden Spuren.

Ein anderes Element ist es in diesem steten Wandel und Vergehen, der uns auch mit der Urangst vor dem eigenen Vergehen konfrontiert, ein ästhetisches Element zu finden, das oberflächlich Hässliche in etwas Schönes umzuformen, der Tragik des Vergehens ihre Größe abzugewinnen. Schönheit liegt bei respektvoll liebevoller Betrachtung auch im Vergehenden und nicht nur im vordergründig kitschigen Begriff von Schönheit, der ja doch nur eine einseitige Lüge ist. Das hässliche und kaputte in der Welt gehört immer dazu um den Kreis zu schließen, aber es kann eben auch schön sein und wenn es nur die halbe Stunde ist in der eine kaputte Hauswand im Nachmittagslicht sich in eine faszinierende Welt von Licht und Schatten verwandelt?

Und was könnte besser sein als zu versuchen, Allem ein Stückchen Schönheit abzuringen?